Veröffentlicht am April 12, 2024

Der Dauerstreit um Lead-Qualität ist kein Kommunikationsproblem, sondern ein Symptom fehlender, verbindlicher Prozesse.

  • Die Lösung liegt in einem klar definierten Service Level Agreement (SLA), das die Kriterien für qualifizierte Leads (MQL/SQL) und die Übergabeprozesse festschreibt.
  • Gemeinsame, umsatzbasierte Bonussysteme beseitigen Interessenskonflikte und richten beide Abteilungen auf das gleiche Ziel aus.

Empfehlung: Führen Sie als Mediator einen strukturierten Prozess ein, der mit einer gemeinsamen Definition von Leads beginnt und in einem von beiden Seiten getragenen Regelwerk mündet.

Sie kennen das Szenario: Das Marketing feiert die hohe Zahl an generierten Leads, während der Vertrieb über deren mangelnde Qualität klagt. Es folgen endlose Meetings, gegenseitige Schuldzuweisungen und eine wachsende Kluft zwischen zwei Abteilungen, die eigentlich dasselbe Ziel verfolgen sollten – den Umsatz zu steigern. Als Geschäftsführer sitzen Sie zwischen den Stühlen und hören die üblichen Ratschläge: „Die Teams müssen besser kommunizieren“ oder „Sie brauchen gemeinsame Ziele“. Doch diese Appelle verhallen wirkungslos, weil sie das Kernproblem ignorieren.

Der Konflikt ist selten eine Frage des guten Willens, sondern das Resultat unklarer Definitionen, widersprüchlicher Anreize und fehlender, verbindlicher Prozesse. Die Frustration im Vertrieb ist echt, wenn wertvolle Zeit mit Kontakten verschwendet wird, die niemals kaufen werden. Ebenso echt ist die Frustration im Marketing, wenn mühsam generierte Leads ohne adäquates Follow-up im CRM versauern. Dieses ständige Tauziehen kostet nicht nur Nerven, sondern vor allem bares Geld und Wachstumschancen.

Aber was wäre, wenn die Lösung nicht in weiteren Appellen, sondern in einem klaren Schlichtungsfahrplan liegt? Wenn Sie den Konflikt nicht nur moderieren, sondern durch ein verbindliches Regelwerk beenden könnten? Dieser Artikel bricht mit den üblichen Platitüden. Stattdessen erhalten Sie einen prozessorientierten Leitfaden, um als Mediator eine dauerhafte Brücke zwischen Marketing und Vertrieb zu bauen. Wir werden uns ansehen, wie Sie durch klare Definitionen (MQL vs. SQL), ein wasserdichtes Service Level Agreement (SLA) und intelligent gestaltete Bonussysteme eine echte Allianz schmieden – das sogenannte Smarketing.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die konkreten Schritte auf, um aus zwei konkurrierenden Abteilungen ein schlagkräftiges Team mit einem einzigen Fokus zu formen: nachhaltiges Unternehmenswachstum.

MQL vs. SQL: Wie definieren Sie gemeinsam Kriterien, die beide Seiten akzeptieren?

Der Konflikt zwischen Marketing und Vertrieb beginnt oft bei der Sprache. Was für das Marketing ein vielversprechender „Lead“ ist, ist für den Vertrieb möglicherweise nur „eine weitere Visitenkarte“. Ohne eine gemeinsame, unmissverständliche Definition von Marketing Qualified Leads (MQLs) und Sales Qualified Leads (SQLs) ist jeder Streit vorprogrammiert. Ihre erste Aufgabe als Mediator ist es daher, einen Workshop zu initiieren, in dem beide Teams ein verbindliches Glossar erstellen. Ein MQL zeigt Interesse am Thema (z. B. durch einen Whitepaper-Download), während ein SQL konkretes Kaufinteresse signalisiert (z. B. durch eine Demo-Anfrage) und definierte Kriterien erfüllt.

Die entscheidenden Kriterien müssen gemeinsam festgelegt werden und sollten Aspekte wie Unternehmensgrösse, Branche, Position des Ansprechpartners und gezeigtes Engagement umfassen. Es geht darum, den genauen Punkt zu definieren, an dem ein Lead „reif“ genug für die Übergabe an den Vertrieb ist. Diese Kriterien sind nicht in Stein gemeisselt; sie sollten in einem quartalsweisen Audit überprüft und angepasst werden, idealerweise geleitet von einem neutralen „Smarketing-Manager“. Wichtig ist hierbei auch die konsequente Einhaltung von Datenschutzrichtlinien. Eine erfolgreiche Lead-Qualifizierung im deutschen Markt, wie sie beispielsweise durch spezialisierte Anbieter wie Dealfront ermöglicht wird, muss von Anfang an DSGVO-konform sein, um rechtliche Risiken auszuschliessen und Vertrauen aufzubauen.

Die folgende Tabelle, basierend auf einer Analyse für B2B-Unternehmen, bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt für die Diskussion in Ihrem Workshop, um firmenspezifische Kriterien zu entwickeln.

Vergleich: MQL vs. SQL Kriterien für deutsche B2B-Unternehmen
Kriterium Marketing Qualified Lead (MQL) Sales Qualified Lead (SQL)
Unternehmensgrösse Ab 10 Mitarbeiter Ab 50 Mitarbeiter im Zielbereich
Budget Noch nicht definiert Budget bestätigt und freigegeben
DSGVO-Einwilligung Newsletter-Anmeldung Explizites Double-Opt-In für Vertriebskontakt
Engagement-Score Mind. 3 Content-Downloads Demo-Anfrage oder Preisanfrage

Warum ein internes SLA zwischen Sales und Marketing den Umsatz um 20 % steigern kann

Ein gemeinsames Verständnis von Leads ist die Grundlage. Der nächste Schritt ist, die Zusammenarbeit in einem schriftlichen Vertrag zu formalisieren: dem Service Level Agreement (SLA). Dieses Dokument ist kein bürokratischer Akt, sondern der Friedensvertrag zwischen Marketing und Vertrieb. Es legt die gegenseitigen Verpflichtungen schwarz auf weiss fest und macht die Zusammenarbeit messbar. Die Wirkung ist enorm: Laut HubSpot bezeichnen 81% der Unternehmen mit eng abgestimmtem Marketing ihre Strategie als effektiv. Ein gut gemachtes SLA ist der schnellste Weg zu dieser Abstimmung.

Im Kern beantwortet das SLA zwei entscheidende Fragen. Erstens: Was verpflichtet sich das Marketing zu liefern? Dies umfasst die Anzahl und Qualität der MQLs pro Monat, basierend auf den in Schritt eins definierten Kriterien. Zweitens: Was verpflichtet sich der Vertrieb im Gegenzug zu tun? Hier werden die konkreten Reaktionszeiten und die Anzahl der Kontaktversuche pro Lead festgelegt. Ein Lead, der tagelang unbearbeitet bleibt, verliert dramatisch an Wert. Praxisbeispiele, wie die Empfehlung von Oracle, Leads mit hoher Bewertung (A1, B1) innerhalb von 24 Stunden und Leads mit mittlerer Bewertung (A2-3) innerhalb von 48 Stunden nachzufassen, bieten eine exzellente Vorlage für Ihr eigenes SLA.

Zusätzlich regelt das SLA den Prozess für das Lead-Feedback. Der Vertrieb muss sich verpflichten, jeden Lead im CRM-System zu bewerten und den Grund für die Annahme oder Ablehnung zu dokumentieren. Diese Rückkopplungsschleife ist Gold wert für das Marketing, da es so seine Kampagnen kontinuierlich optimieren und immer bessere Leads liefern kann. Das SLA verwandelt vage Erwartungen in messbare Verpflichtungen und schafft eine Kultur der gegenseitigen Verantwortlichkeit.

Wie gestalten Sie ein Smarketing-Meeting, das nicht in Schuldzuweisungen endet?

Regelmässige Meetings sind oft Teil des Problems, nicht der Lösung. Wenn sie zu einer Bühne für gegenseitige Vorwürfe verkommen, schaden sie mehr, als sie nützen. Die Lösung liegt in einem streng strukturierten Format, das die Diskussion von Emotionen auf Daten lenkt. Etablieren Sie ein monatliches Smarketing-Meeting, das nicht dem Austausch von Meinungen, sondern der gemeinsamen Analyse von Fakten dient. Der Kern dieses Meetings ist die sogenannte „Lead-Obduktion“.

Bei diesem Format analysieren beide Teams gemeinsam und wertfrei eine Handvoll konkreter Fälle: zum Beispiel drei kürzlich gewonnene und drei verlorene Deals. Es wird der gesamte Weg des Leads nachgezeichnet, vom ersten Klick bis zum finalen Abschluss (oder Abbruch). Ziel ist es, Muster zu erkennen: Welche Marketing-Kampagne hat die besten SQLs geliefert? An welchem Punkt im Vertriebsprozess springen vielversprechende MQLs ab? Diese datengestützte Analyse verhindert Schuldzuweisungen und fokussiert die Energie auf konkrete Optimierungsmassnahmen. Die Moderation sollte dabei monatlich zwischen einem Vertreter des Marketings und des Vertriebs rotieren, um die Neutralität zu wahren.

Datenbasierte Diskussion in einem Smarketing-Meeting

Wie die Abbildung zeigt, liegt der Fokus auf der gemeinsamen Arbeit an den Daten. Es geht nicht darum, einen Schuldigen zu finden, sondern darum, systemische Schwachstellen im Prozess zu identifizieren. Vielleicht ist das Scoring-Modell zu ungenau, die Inhalte des Marketings passen nicht zur Zielgruppe oder die Vertriebs-Follow-ups kommen zu spät. Nur durch eine schonungslose, aber konstruktive Analyse der Realität können beide Abteilungen voneinander lernen und den Gesamtprozess verbessern. Dieses Format verwandelt Meetings von einer Belastung in ein schlagkräftiges Werkzeug zur Umsatzsteigerung.

Das CRM-Problem: Warum der Vertrieb Informationen hortet und wie Marketing drankommt

Das CRM-System sollte die zentrale Wahrheit und das Bindeglied zwischen Marketing und Vertrieb sein. In der Realität ist es oft ein Schlachtfeld. Der Vertrieb pflegt Daten nur widerwillig, weil die Eingabe als lästige Pflicht empfunden wird, und das Marketing hat keinen Zugriff auf die wertvollen Informationen aus den Kundengesprächen. Dieser Zustand ist fatal, denn wie eine Studie zeigt, betreiben laut dem Marketing Automation & AI Report 2024 18% der befragten Unternehmen keine Leadqualifikation, was direkt auf mangelhafte Datenprozesse zurückzuführen ist.

Um dieses Problem zu lösen, müssen Sie die Perspektive des Vertriebs verstehen. In der traditionellen deutschen Expertenkultur gilt oft ein ungeschriebenes Gesetz, das ein Vertriebsleiter einmal so formulierte:

Mein Wissen über den Kunden ist mein Kapital.

– Deutsche Vertriebskultur, Typische Einstellung in der deutschen Expertenkultur

Informationen preiszugeben, fühlt sich für viele Vertriebler wie der Verlust eines Vorteils an. Sie können dieses Problem nicht allein durch Appelle lösen. Sie müssen es technologisch und prozessual überwinden. Implementieren Sie Systeme, die die Dateneingabe automatisieren. Moderne Tools, wie die von Dealfront, können CRM-Daten automatisch mit Informationen aus Handelsregistern und anderen öffentlichen Quellen anreichern. Dies spart dem Vertrieb Zeit und stellt dem Marketing gleichzeitig strukturierte, DSGVO-konforme Daten zur Verfügung. Wenn der Schmerz der manuellen Dateneingabe entfällt und der Nutzen durch angereicherte Profile sichtbar wird, steigt die Akzeptanz.

Zudem müssen Sie den Zugriff für das Marketing als „Nur-Lese-Zugriff“ klar definieren. Das Marketing muss Einblick in den Status von Leads, die geführten Gespräche und die Gründe für gewonnene oder verlorene Deals haben, um seine Strategie anzupassen. Aber es darf die Daten des Vertriebs nicht verändern. Durch eine Kombination aus Automatisierung, klaren Zugriffsrechten und dem sichtbaren Nutzen für beide Seiten verwandeln Sie das CRM von einem Streitobjekt in eine gemeinsame, strategische Ressource.

Wie müssen Bonussysteme gestaltet sein, damit beide Teams am selben Strang ziehen?

Keine Massnahme ist so wirkungsvoll wie die Anpassung der Anreizsysteme. Solange das Marketing für die reine Anzahl an MQLs und der Vertrieb nur für den abgeschlossenen Umsatz belohnt wird, ist der Konflikt systemisch vorprogrammiert. Verhalten folgt dem Geld. Ihre wirksamste Aufgabe als Mediator ist es daher, ein gemeinsames Bonussystem zu schaffen, das die Trennung aufhebt und beide Teams auf ein gemeinsames, übergeordnetes Ziel ausrichtet: den vom Marketing beeinflussten und vom Vertrieb abgeschlossenen Umsatz.

Ein Teil des Marketing-Bonus sollte direkt an den Pipeline-Wert gekoppelt werden, den der Vertrieb aus den gelieferten Leads generiert und bestätigt. Das zwingt das Marketing, sich auf Qualität statt Quantität zu konzentrieren. Umgekehrt kann ein kleiner Teil des Vertriebsbonus daran geknüpft werden, wie schnell und wie qualitativ hochwertig Feedback zu den Leads im CRM gegeben wird. Dies incentiviert den Vertrieb, dem Marketing die dringend benötigten Daten für die Optimierung zu liefern. Die Einführung eines übergeordneten „Smarketing-Team-Bonus“, der an das Erreichen gemeinsamer Umsatzziele gekoppelt ist, schafft die ultimative Allianz.

Visualisierung eines gemeinsamen Bonussystems

Die perfekte Balance, wie sie die Waage symbolisiert, ist das Ziel. Beide Abteilungen tragen zum Erfolg bei und werden dafür auch gemeinsam belohnt. Ein solches System beendet die Diskussionen über „gute“ oder „schlechte“ Leads und ersetzt sie durch die einzig relevante Frage: „Was können wir gemeinsam tun, um unser Umsatzziel zu erreichen?“

Ihr Aktionsplan zur Schaffung gemeinsamer Anreize

  1. Implementieren Sie einen gemeinsamen ‚Smarketing-Team-Bonus‘ basierend auf dem generierten Pipeline-Wert, um ein übergreifendes Ziel zu schaffen.
  2. Belohnen Sie Vertriebsmitarbeiter für qualitatives und zeitnahes Lead-Feedback (z.B. innerhalb von 24 Stunden) im CRM-System.
  3. Koppeln Sie einen Teil der Marketing-Boni direkt an den vom Vertrieb bestätigten und qualifizierten Pipeline-Wert, nicht nur an die MQL-Anzahl.
  4. Etablieren Sie die MQL-zu-SQL-Konversionsrate als eine zentrale, von beiden Teams verantwortete Kennzahl (KPI).
  5. Stimmen Sie alle neuen Bonussysteme und leistungsbezogenen Kennzahlen zwingend mit dem Betriebsrat ab, um rechtliche Konformität und Akzeptanz sicherzustellen.

Wie filtern Sie „Reifenstecher“ aus Ihrem Funnel, bevor sie den Vertrieb Zeit kosten?

Ein Schlüsselergebnis einer funktionierenden Smarketing-Allianz ist der Schutz der wertvollsten Ressource des Vertriebs: Zeit. „Reifenstecher“ – also Kontakte, die Informationen sammeln, aber keinerlei Kaufabsicht haben (z.B. Studenten, Wettbewerber, zu kleine Unternehmen) – müssen herausgefiltert werden, bevor sie in der Pipeline des Vertriebs landen. Dies geschieht durch ein intelligentes negatives Lead-Scoring. Während positives Scoring Punkte für erwünschtes Verhalten vergibt, zieht negatives Scoring Punkte für unerwünschte Eigenschaften oder Handlungen ab.

Definieren Sie gemeinsam mit Marketing und Vertrieb ein klares „Anti-Kundenprofil“. E-Mail-Adressen von Freemail-Anbietern, bestimmte Jobtitel (z.B. „Praktikant“) oder Unternehmen unter einer gewissen Grösse erhalten automatisch Minuspunkte. Auch das Verhalten kann negativ bewertet werden: Wer sich vom Newsletter abmeldet, aber ein Whitepaper herunterlädt, hat wahrscheinlich kein echtes Interesse. Pflichtfelder in Formularen, die über die E-Mail-Adresse hinausgehen (z.B. „Was ist Ihre grösste Herausforderung?“), helfen ebenfalls bei der Selbst-Qualifizierung. Wer sich nicht die Mühe macht, diese zu beantworten, ist selten ein vielversprechender Lead.

Für eine noch schärfere Filterung können Schnittstellen zu Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform genutzt werden, um die Bonität eines Leads frühzeitig zu prüfen. Die Implementierung eines solchen Systems, idealerweise basierend auf maschinellem Lernen, ermöglicht es dem Vertrieb, sich gezielt auf die Kontakte mit der höchsten Abschlusswahrscheinlichkeit zu konzentrieren. Dies steigert nicht nur die Effizienz und den Umsatz, sondern auch die Moral im Vertriebsteam, da die Beschäftigung mit unqualifizierten Leads auf ein Minimum reduziert wird.

Wie bringen Sie F&E und Vertrieb an einen Tisch, bevor das Produkt fertig ist?

Die erfolgreiche Allianz zwischen Marketing und Vertrieb ist kein isoliertes Projekt; sie ist der erste Schritt zu einer unternehmensweiten Kultur der Zusammenarbeit. Der nächste logische Schritt ist die Einbindung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung (F&E). Nichts ist teurer, als ein Produkt am Markt vorbei zu entwickeln. Der Vertrieb sitzt an der Quelle der wertvollsten Marktinformationen: den Wünschen, Problemen und Einwänden der Kunden. Diese Informationen müssen in den Produktentwicklungsprozess einfliessen – und zwar von Anfang an.

Implementieren Sie einen strukturierten Prozess, wie das Stage-Gate-Modell, bei dem der Vertrieb an jedem „Tor“ sein Veto oder seine Zustimmung geben muss, bevor weitere Entwicklungsressourcen freigegeben werden. Eine weitere, spielerische Methode ist das „Feature-Budget-Spiel“: Geben Sie dem Vertriebs- und Produktteam ein fiktives Budget und eine Liste potenzieller Features mit geschätzten Entwicklungskosten. Die Teams müssen gemeinsam verhandeln und entscheiden, welche Features für den Markterfolg am wichtigsten sind und ins Budget passen.

Feature-Budget-Spiel in der Produktentwicklung

Dieser Prozess zwingt zu einer Priorisierung basierend auf echtem Kundenfeedback statt auf internen Annahmen. Ein neutraler Lead Manager oder Produktmarketing-Manager kann hier als Schnittstelle fungieren, um die datengetriebenen Erkenntnisse aus dem Marketing mit dem qualitativen Feedback des Vertriebs zu bündeln. Indem Sie F&E zwingen, dem Vertrieb zuzuhören, stellen Sie sicher, dass Sie Produkte entwickeln, die der Markt wirklich will. Dies verkürzt nicht nur Verkaufszyklen, sondern steigert die Konversionsraten erheblich, da das Produkt von vornherein auf die Bedürfnisse der Zielkunden zugeschnitten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gemeinsame Sprache: Der Frieden beginnt mit einer von beiden Seiten akzeptierten, schriftlichen Definition von MQL und SQL.
  • Verbindliche Regeln: Ein internes SLA mit klaren Reaktionszeiten und Feedback-Pflichten macht die Zusammenarbeit messbar und fair.
  • Gleiche Anreize: Richten Sie die Bonussysteme beider Teams auf ein gemeinsames, umsatzbasiertes Ziel aus, um Interessenskonflikte zu beseitigen.

Wie generieren Sie hochwertige B2B-Leads ohne verbrannte Erde bei der Kaltakquise?

Das ultimative Ziel der Smarketing-Allianz ist es, einen stetigen Strom hochwertiger B2B-Leads zu generieren, ohne die traditionelle „verbrannte Erde“ der Kaltakquise zu hinterlassen. Eine funktionierende Zusammenarbeit ermöglicht den Übergang von der Giesskanne zum Skalpell. Anstatt wahllos Hunderte von Unternehmen anzurufen, können sich die Teams auf die vielversprechendsten Accounts konzentrieren. Moderne, datengestützte Ansätze wie Account-Based Marketing (ABM) werden damit erst richtig effektiv. Hierbei identifizieren Marketing und Vertrieb gemeinsam eine Liste von Zielunternehmen und bearbeiten diese mit personalisierten Kampagnen und Inhalten.

Soziale Netzwerke spielen dabei eine entscheidende Rolle. Eine Studie zeigt, dass LinkedIn mit 58% Nutzung die wichtigste Quelle für Kontaktdaten im B2B-Bereich ist. Der Vertrieb kann diese Plattform nutzen, um Beziehungen aufzubauen und Einblicke zu gewinnen, während das Marketing über gezieltes (Re-)Targeting die Entscheidungsträger in den Ziel-Accounts mit relevanten Inhalten bespielt. Dieser Ansatz ist nicht nur effizienter, sondern auch vollständig DSGVO-konform, da er auf der gezielten Ansprache von Unternehmen und Rollen basiert, anstatt auf der massenhaften Verarbeitung personenbezogener Daten.

Durch die enge Abstimmung stellt das Marketing sicher, dass die Inhalte genau die Schmerzpunkte ansprechen, die der Vertrieb in seinen Gesprächen identifiziert. Der Vertrieb wiederum erhält nicht nur einen Namen, sondern einen aufgewärmten Kontakt, der bereits mit der Marke und den Lösungen des Unternehmens vertraut ist. Dieser Wandel von der aggressiven Kaltakquise hin zu einer beratenden, wertstiftenden Kontaktaufnahme steigert nicht nur die Abschlussquoten, sondern schützt und stärkt auch den Ruf Ihrer Marke im Markt.

Der Weg aus dem Grabenkrieg zwischen Marketing und Vertrieb ist ein strukturierter Prozess, den Sie als Geschäftsführer aktiv gestalten müssen. Beginnen Sie noch heute damit, den ersten Workshop zur Definition Ihrer Lead-Stufen zu planen und legen Sie den Grundstein für eine schlagkräftige Smarketing-Allianz.

Geschrieben von Markus Eder, Head of Global Sales und CRM-Strategieberater mit 18 Jahren Erfahrung im internationalen B2B-Vertrieb. Spezialist für Sales-Automation, Smarketing-Prozesse und Verhandlungen im asiatischen Raum.